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All posts in Krise und Verteilungsfragen

Gastbeitrag von Werner Ginzinger. Die Liberalisierung des Welthandels hat zu einer erheblichen Auslagerung der Industrieproduktion in sogenannte Billiglohnländern geführt, wo zum Teil unter sklavenähnlichen Bedingungen und ohne Rücksicht auf die Umwelt, Produkte für den europäischen und nordamerikanischen Markt hergestellt werden, die zudem oft bewusst so gestaltet sind, dass sie möglichst bald zu unreparierbarem Müll werden. Außerdem ermöglichen die derzeitigen Rahmenbedingungen einer kleinen Gruppe von Globalisierungsgewinnern, durch Drohung mit einer Produktionsverlagerung mühsam errungene Sozialstandards schrittweise zu Mehr

Ein Kommentar von Manuel Preusser von www.informiert-euch.org Der zivilgesellschaftliche Widerstand gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) trägt erste Früchte. EU-Handelskommissar Karel de Gucht sah sich dazu gezwungen,  die Verhandlungen über den besonders umstrittenen Punkt der Konzernklagen vorübergehend  auszusetzen und die Öffentlichkeit zu dem Thema zu konsultieren. Die EU-Kommission wird es allerdings sehr schwer haben, der Bevölkerung die positiven Auswirkungen der angedachten  Schiedsgerichte zu erklären. Es gibt für den überwiegenden Teil Mehr

Beitrag von Gregor Waltersdorfer. 5 Jahre nach der Lehman-Brothers Pleite sind sich die KommentatorInnen in den Medien einig, dass die größte ökonomische Krise der letzten 70 Jahre noch nicht überwunden ist. Es heißt im Rückblick klären sich die Verhältnisse. So wurde zu den Ursachen und den Schuldigen viel diskutiert. In der Analyse der Krise herrscht mehr oder weniger Konsens, dass ein Mix aus Deregulierung, Gier und marktwirtschaftlichem Versagen den Crash heraufbeschwor. Weniger Gehör findet dabei Mehr

Beitrag von Michael Gunczy. …und das bei einer progressiven prekären Kleinpartei. Als ich mich 1988 selbstständig machte, reichte dazu etwas Sachkenntnis und ein Betrag von umgerechnet fünfzehntausend Euro aus. Nach fünfundzwanzig Jahren Selbstständigkeit habe ich eine recht gut abgesicherte Existenzgrundlage mit dem Handel und Service von Uhren geschaffen. Auch mein Privatleben ist bis jetzt recht glücklich verlaufen. Sowohl meine Partnerin, als auch unsere gemeinsame Tochter sind starke und kluge Frauen. Unser kleines Reihenhaus in Kagran Mehr

Sieben Jahre lang haben die europäischen Notenbanken penibel recherchiert, wie privates Vermögen in den 17 Euroländern verteilt ist. Das ambitionierte Ziel des Projekts war, eine sachliche Grundlage für die politische Verteilungsdebatte zu schaffen. Seit Oktober liegen die Ergebnisse des Household Finance and Consumption Survey des Eurosystems nun bei den Notenbanken. Der Öffentlichkeit will man die Fakten aber nun doch nicht zumuten. Laut Nationalbank ist die Ungleichverteilung von Vermögen zwar ausgeprägt, mit konkreten Zahlen aber hielt Mehr

Zuerst Immobilienkrise. Dann Bankenkrise, Staatsschuldenkrise. Es folgten Eurokrise, Wirtschaftskrise, Arbeitsmarktkrise usw. Wie auch immer die Krise gerade genannt wird, interessiert eigentlich niemanden mehr. Denn Krise ist zum Dauerzustand geworden und in uns Allen besteht nach wie vor die Hoffnung, dass sie genauso schnell wieder verschwindet wie sie gekommen ist. Das wird sie diesmal aber nicht, denn diese Krise bedeutet nichts anders als dass die inneren Widersprüche und Unzulänglichkeiten unseres Systems nicht mehr verdeckt werden können. Mehr