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Unser Haus brennt und mit dem Haus verbrennt unsere Zukunft

Unser Haus brennt und mit dem Haus verbrennt unsere Zukunft

Vor 100 Jahren haben sich Frauen das Wahlrecht erkämpft. Der Kampf dafür, dass unsere Stimmen gehört werden, ist aber noch lange nicht vorbei. Demokratie heißt: ein Mensch, eine Stimme. Dass das heute noch immer nicht universell gilt, zeigen uns die Kinder und Jugendlichen von Fridays for Future jede Woche. Inspiriert von Greta Thunberg, die seit letztem Sommer jeden Freitag für das Weltklima streikt, gehen mittlerweile Zehntausende junge Menschen einmal pro Woche auf die Straße. Sie weigern sich in die Schule oder zur Universität zu gehen, wenn es von der Politik nicht endlich radikale Schritte zur Lösung der Klimakrise gibt und ihre Zukunft weiterhin aufs Spiel gesetzt wird. Greta Thunberg ist 16 Jahre alt und erhebt ihre Stimme für die Stimmenlosen. Die Kinder und Jugendlichen, die kein Wahlrecht haben, die in keiner Debatte vorkommen, deren Meinung niemanden interessiert. Sie sagt, was Politiker*innen sich nicht auszusprechen trauen: Unser Haus brennt und mit dem Haus verbrennt unsere Zukunft.

Es ist der gleiche Kampf, der die Frauen zum Wahlrecht geführt hat, den jetzt die nächste Generation aufnimmt. Der Kampf für eine Stimme in der Debatte. Die Forderung, dass Betroffene mitbestimmen dürfen und müssen. Es ist ein Aufstehen gegen die Bevormundung, das Belächeln und die Marginalisierung. Die Organisator*innen und Wortführer*innen dieser Bewegung sind Mädchen und junge Frauen. Es sind die Jüngsten unter uns, die heute die globale Debatte für ein schnelles Handeln in der Klimakrise anführen. Und sie machen das beeindruckend stark.

Leihen wir den Jüngsten unsere Stimme

Wir haben einen Punkt in unserer Geschichte erreicht, an dem Kinder von Erwachsenen einfordern müssen, sich wie Erwachsene zu verhalten. Für eine radikale Rettung unserer Umwelt braucht es auch eine radikale Politik. Auf der Straße ist das schon sichtbar, aber jetzt müssen wir auch überall anders gewinnen: in den Medien, bei der Arbeit und natürlich in der institutionalisierten Politik.

Am 26. Mai sind Europawahlen. Das ist unsere Chance als Erwachsene, gemeinsame Sache mit unseren Kindern zu machen und einen radikalen Politikwandel ins Europaparlament und auf die europäische Bühne zu bringen. Als Frau weiß ich, welche Bedeutung das hat. Ich darf heute wählen, weil mir das andere Frauen vor 100 Jahren hart erkämpft haben. Ich kann heute meine Meinung sagen, weil es bereits genügend andere Frauen vor mir getan haben. Was könnte ich besseres mit meiner Stimme tun, als sie heute den Kindern zu leihen, die selbst keine Stimme haben?

Eine Stimme für den Green New Deal ist eine Stimme für die Zukunft

Bei dieser Europawahl steht mit dem Green New Deal ein Programm zur Wahl, mit dem wir eine Chance auf Rettung unsere Planeten haben. Es ist ein radikaler Plan für massive Investitionen in saubere Energie, eine Demokratisierung der Wirtschaft sowie soziale Absicherung für alle. Vor allem enthält unser Programm aber auch eine universelle Job Garantie, also das Recht auf anständige Arbeit bei anständiger Bezahlung – und zwar für alle, die das wollen. Das sind Maßnahmen, von denen alle, vor allem aber Frauen, massiv profitieren. Denn noch immer leisten Frauen einen Großteil unbezahlter Arbeit, bekommen bei gleicher Arbeit weniger Geld und arbeiten oft unfreiwillig in Teilzeit.
Wenn wir unseren Planeten retten wollen, können wir das nicht tun ohne auch unsere Gesellschaft zu heilen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Die Generation Greta hat für uns alle die Straße erobert. Lassen wir sie nicht hängen und erobern für sie die Parlamente!

Daniela Platsch ist Ökonomin und politische Geschäftsführerin der österreichischen Partei Wandel. Bei der Europawahl tritt sie in Deutschland als Spitzenkandidatin neben Yanis Varoufakis für Demokratie in Europa an.

 
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