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WandeLAN

Flucht ohne Smartphone ist heutzutage kaum noch vorstellbar. Es ist das zentrale Kommunikationsmittel um Informationen über Routen und aktuelle Karten einzuholen. Um Informationen über mögliche Zielländer einzuholen. Um mittels Übersetzungstools mit der lokalen Bevölkerung und den Sicherheitskräften zu kommunizieren. Und es ist fast der einzige Weg, mit Freunden und Bekannten in der Heimat bzw. auf den Fluchtrouten in Kontakt zu bleiben.

Für viele von uns ist ein Leben ohne Internet und Smartphone heute nur mehr schwer vorstellbar. Für Menschen auf der Flucht ist es aber oft überlebenswichtig.

Deshalb haben wir im August 2015, als immer mehr Menschen auf der Flucht in Österreich ankamen, damit begonnen, kostenlose WLAN HotSpots aufzubauen. Den ersten stellten wir bei einem Anrainer des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen auf, da uns die Betreiberfirma ORS den Zugang zum Lager verweigerte. Seitdem ist das WLAN Signal auf dem gesamten Vorplatz und bis in die straßenseitigen Zimmer empfangbar – über die Zeit haben wir die Infrastruktur kontinuierlich ausgebaut.

Durch die Medienberichterstattung über dieses Projekt und den unzähligen Spenden, für die wir uns herzlichst bedanken, konnten wir die Kosten für weitere HotSpots finanzieren und betrieben WLAN Netze an Grenzübergängen und in Flüchtlingseinrichtungen in Wien, Kärnten, Burgenland, Salzburg, Steiermark und Vorarlberg. Je nach Änderung in den Fluchtrouten ändern wir auch den Standort der mobilen Koffer für Grenzübergänge. So waren sie zum Beispiel in Nickelsdorf oder in Spielfeld.

Durch die weniger werdenden Neuanträge wurden immer mehr Einrichtungen geschlossen und unsere WLAN-Netze nicht mehr gebraucht. Auch an den Grenzübergängen kehrte wieder Normalbetrieb ein und so haben wir Ende September 2018 unser letztes WandeLAN abgeschalten.

Es war ein großartiges Projekt, das tausenden Menschen geholfen hat. Ohne die Unterstützung durch die Spender und einige Firmen hätten das nicht umsetzen hätten können. Danke an alle!