machen wir neubau zum superblock

Was ist ein Superblock?

Ein Superblock ist ein Lebens- und Arbeitsbereich in der Stadt, wie zum Beispiel ein Bezirk, in dem Mensch, Demokratie, Gerechtigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Fortschritt an erster Stelle stehen.

Wir wollen Neubau zu so einem Superblock machen und vorzeigen, wie leben und arbei-ten in einem fortschrittlichen Bezirk im 21. Jahrhundert aussehen kann. Mit einem BürgerInnenrat, der die Bezirksvorstehung wählt. Mit BürgerInnenbudgets, damit die Menschen auch selber entscheiden können, was sie in ihrem Grätzl finanzieren wollen. Mit Solaranlagen auf den Dächern, die uns Wiener:innen gehören und uns Strom zum Selbstkostenpreis liefern. Mit öffentlichem Raum, der nur für die Menschen da ist. Und natürlich auch mit dem Ottakringerbach, den wir wieder an die Oberfläche holen wollen.

Wenn all das und noch einiges mehr erfüllt ist, wenn ein Bezirk wirklich demokratisch, nachhaltig und transparent organisiert ist, bekommt er das Prädikat Superblock.

wie funktioniert der verkehr im superblock?

superblock

Das Konzept ist schnell erklärt:

Zuerst wird jeder nicht notwendige Verkehr, der derzeit durch den Superblock verläuft, in Hauptverkehrsadern am Rand des Superblocks entlanggeführt. Innerhalb des Superblocks entsteht dadurch eine große, zusammenhängende Begegnungszone, in der sich grundsätzlich nur RadfahrerInnen und öffentliche Verkehrsmittel bewegen dürfen. Das bedeutet nicht, dass gar keine Autos mehr in den Superblock ein- und ausfahren dürfen. AnrainerInnen, Blaulichtdienste, LieferantInnen und HandwerkerInnen haben diese Möglichkeit nach wie vor – jedoch im Regelfall mit einer starken Geschwindigkeitsbeschränkung.

Das ist wesentlich, da die Straßen nicht weiter ein gefährliches Hindernis darstellen dürfen, das es möglichst schnell und vorsichtig zu überwinden gilt. Im Gegenteil, wir finden, die Stadt gehört uns allen gleichermaßen und Straßen gehören unweigerlich dazu. Diese Form der Verkehrsumleitung führt zu einer ganzen Reihe an positiven Veränderungen.

  • Der Fokus verschiebt sich von der Orientierung an motorisiertem Verkehr hin zur Orientierung am Menschen; Bewegung zu Fuß oder mit dem Rad wird gefördert
  • Bisher versiegelte Flächen können begrünt und bebaumt, städtische Monokulturen bekämpft und der Natur ein Platz innerhalb der Stadt gegeben werden
  • Straßen werden wesentlich ruhiger und kühler und ermöglichen mehr sozialen Austausch und öffentliche Projekte, alltägliches Leben wird attraktiver und einfacher
  • Dadurch werden Arbeitsplätze innerhalb des Superblocks geschaffen
  • Die lokale Wirtschaft wird belebt, Nahversorger und Geschäfte profitieren von mehr Menschen auf den Straßen, die auch zum Verweilen einladen
  • Die Treibhausgasemissionen sinken massiv und Gesundheitsschäden gehen zurück

Was ist ein superblock?

Vereinfacht gesagt ist ein Superblock eine moderne und mittlerweile bewährte Strategie, den öffentlichen Raum und das Zusammenleben in einer Stadt zu organisieren.
Erdacht wurde das Modell des Superblocks durch den Stadtrat in Barcelona, da die Stadt und deren BewohnerInnen immer stärker unter sinkender Luftqualität zu leiden hatten. Das ist keine Überraschung, denn nur maximal 25 % der öffentlichen Fläche in modernen Städten sind für klima- und menschenorientierte Entwicklung vorgesehen, bis zu 70 % hingegen für den motorisierten Verkehr. Mit Superblocks sollen also der Klimawandel bekämpft, die lokale Wirtschaft gefördert und den Menschen der öffentliche Raum zurückgegeben werden. Kurzgefasst: das Paradies für jede/n StadtplanerIn. Barcelona setzt auf eine schrittweise Umsetzung von Superblocks in einzelnen Straßenzügen. Wir wollen einen Superblock für den gesamten 7. Bezirk. Das ist eine große Aufgabe, aber für kleine Ideen fehlt uns ganz einfach die Zeit. Und für kleine Ideen sind wir auch nicht bekannt. Wir wollen Grünflächen und Bäume, Platz zum Entspannen, Spielen und Kommunizieren. Wir wollen sichere Schulwege, blühende Wirtschaft durch kleine Nahversorger und Menschenstimmen statt Verkehrslärm. Wir wollen uns wieder frei bewegen können in einer Stadt, die auch in 10, 50 oder 100 Jahren noch lebenswert ist.

Auf den ersten Blick klingt das zu gut, um wahr sein zu können. Dabei sind wir angesichts der wachsenden Bevölkerungszahl – vor allem in Wien – und dem Damoklesschwert Klimawandel dazu gezwungen, möglichst effizient, ressourcensparend und nachhaltig zu denken. Studien belegen schon klar die erwähnten Vorteile. Die derzeitige Verkehrslage in Neubau lässt außerdem keine Zweifel, wem der öffentliche Raum gehört: den Autos. So muss es nicht sein und mittlerweile ist klar, dass es nicht so sein darf.

Wir stehen vor der größten Herausforderung unserer Geschichte und dementsprechend groß müssen auch unsere Ideen sein. Darum hilf uns am 11. Oktober dabei, Neubau zum ersten bezirksweiten Superblock der Welt zu machen. Denn:

Wer Wandel will, muss Wandel wählen.

„Jetzt erkennen die Menschen den Unterschied auf den Straßen und sie nutzen sie auch anders. Ich denke, es ist wie eine Rückkehr zum wahren Sinn von Straßen, da sie endlich wieder uns gehören.“

Janet Sanz, Vizebürgermeisterin Barcelona Tweet

„Wo vorher Autolärm zu hören war, sind es jetzt spielende Kinder, fröhliche Unterhaltungen durch Nachbarn oder SeniorInnen beim Schachspielen. Die Veränderung setzt sich fort, da die flexible Landschaft es ermöglicht, neue Erkenntnisse der Stadtplanung und sozialen Innovation zu integrieren.“

Architekten des Superblocks Sant Antoni, Barcelona Tweet