Armut und extremer Reichtum sind gewollt

fayad Kapitalismus, Neue Oligarchie 1 Kommentar

Der Markt und der Wettbewerb, der Profit und die Löhne, das Kapital und die Schulden, hoch und niedrig qualifizierte Arbeitskräfte, Staatsbürger und Ausländer, die Steuerparadiese und die Konkurrenzfähigkeit – nichts von alledem ist naturgegeben. Es handelt sich um soziale und sich historisch wandelnde Konstrukte, die vom Menschen erdacht und erschaffen wurden.

Doch wurden wir jetzt Jahrzehnte lang anders erzogen, damit wir nicht mehr so aufmüpfig und fordernd sind, wie unsere Eltern und Großeltern in den 60ern und 70ern. Die gingen damals einfach zu weit und forderten immer mehr Rechte für Frauen, mehr Lohn und Mitsprache für die Arbeiter und Angestellten, mehr Frieden und immer weniger Privilegien für die Reichen und Mächtigen.

Deren Rache kam natürlich sofort, als die Menschen dachten, der Sieg sei errungen. Als wir uns in den 80ern und 90ern auf den sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Errungenschaften ausruhten. Vor den Trümmern dieser Unachtsamkeit stehen wir heute. Die da oben sind reicher und mächtiger denn je. Wir beraubt unserer politischen Vertretung, die sich an ihre neuen Herren verkauft hat.

Doch es kann sich jederzeit ändern. Denn es ist unsere Entscheidung und kein Naturgesetz, in welcher Welt und in welcher Zukunft wir leben werden. Vermutlich sehen wir sogar die ersten Anzeichen dieser Veränderung, wenn wir in die USA und zu Bernie Sanders und Ocasio-Cortez schauen, wenn wir die Klimabewegung weltweit betrachten und auch in Europa, wo der Siegeszug der Rechtsextremen zumindest ins Stocken geraten ist.

Wiederholen wir jetzt aber nicht die Fehler der Vergangenheit und nutzen diese Chance für Wandel. Trauen wir uns Neues. Fordern wir Unverschämtes. Leben wir Demokratie.

Kommentare 1

  1. Wie schon an anderer Stelle einmal geschrieben, sind verschiedene Bevölkerungsschichten für den Kapitalismus ein notwendiges Mittel, den Markt in Schwung zu halten, damit der Geldfluss von unten nach oben konstant bleibt. Permanent wird uns eingeredet, wir sollen nach Besitz und Reichtum streben, uns Autos und Wohnungen kaufen, oder Häuser bauen, fleissig sein, damit wir am Lebensende etwas haben.
    Jetzt schlüsseln wir das auf. Das Verhältnis, das wir zu Fahrzeugen haben, ist ungesund und vertrottelt. Ist das Auto ein Fortbewegungsmittel von A nach B, dann muss es leicht erschwinglich sein, günstig funktionieren und lange halten. Ob es besonders designed ist, ist für die Funktionalität irrelevant. Soll das Auto einen Designpreis gewinnen wollen, dann hat es mit einem Alltagsfahrzeug nichts zu tun und kann daher auch entsprechend teuer sein. Wohnungen und Häuser haben auch eine Funktion, nämlich Personen zu beherbergen. Auch hier ist das Aussehen egal. Und was machen wir mit dem Haus oder der Wohnung an unserem Lebensende? Mitnehmen geht nicht. Vererben? An wen? Die Einfamilienhäuser die in den letzten Jahren errichtet wurden, sind nicht für die Ewigkeit gebaut. Also lohnt es sich ein ganzes Leben lang abhängig zu sein und Kredite zurückzuzahlen, für etwas was dann nicht mehr gebraucht werden kann? Seit den 90er Jahren wird uns eingeredet, wir müssten selber beginnen, für eine Pension in Form von Lebensversicherungen zu sorgen und in Aktien investieren. Wem hat das bis jetzt geholfen? Nur die Investmentfonds und die dahinter stehenden Gesellschaften, haben davon profitiert. Alle anderen sind leer ausgegangen, siehe Immoblase im Jahr 2008.
    Gerade in der heutigen Zeit, wo Umweltschutz in aller Munde ist, sollten wir unsere Wegwerfgesellschaft, die eigentlich Wegwerfkapitalismus heissen müsste, neu überdenken.
    Sobald wir uns entschliessen, mehr für unsere Umwelt zu tun, erübrigt sich der Wegwerfkapitalismus von selbst und wir werden zu einer neuen Art des Zusammenlebens finden! Und dieser Schritt heisst

    Wandel !

    Marcus Wahl-Lupu

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