Die 40 Stundenwoche war auch mal utopisch

fayad Arbeit 3 Kommentare

Genauso wie die 66-, die 48- oder die 45-Stundenwoche. Das ist uns in Vergessenheit geraten, weil seit 44 Jahren die Arbeitszeit für alle bei vollem Lohnausgleich nicht mehr verkürzt wurde. Das ist so lange her, dass der größte Teil der Arbeiter und Angestellten noch nie eine Arbeitszeitverkürzung erlebt hat.

Doch es gab sie und nach langer und harter Arbeit der Menschen und Gewerkschaften wurde sie zur Normalität. Steigen Produktivität und Gewinne, bekommen die, die sie erarbeiten, auch ihren Anteil in Form von anständigen Lohnsteigerungen, weniger Arbeitszeit und mehr Urlaub. Und es war nicht nur die Zeit, in der es den Menschen immer besser ging, sondern auch die Wirtschaft war erfolgreicher denn je.

Lassen wir uns nicht von alten Parteien und Medien einreden, dass der Status Quo alternativlos ist; dass alles immer schon so war, ja fast gottgegeben ist. Nichts davon ist wahr, denn all das ist vom Menschen gemacht und gewollt. Soll sich das ändern, müssen wir es nur wollen.

Trauen wir uns. Es gibt viel zu gewinnen.

Kommentare 3

  1. Ja, aber…..

    Ich sage auch ja, aber! Die Lösung ist recht einfach berechnet. Wenn 90 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung 100 % der vorhandenen Arbeit verrichten, dann wäre es doch logisch, wenn diese Arbeit auch von 100 % der arbeitsfähigen Bevölkerung erbracht werden würde. Wenn zur Zeit 90 % der arbeitsfähigen Bevölkerung etwa 40 Stunden pro Woche arbeiten, dann würde mit 10 Prozentpunkten mehr die Arbeitszeit automatisch von 40 auf 36 Stunden fallen. Und es gäbe von heute auf morgen keine Arbeitslosen mehr.

    Und ich gehe noch einen Schritt weiter. Ich behaupte, es gibt zu wenig Arbeitskräfte. Würde man, jetzt ausgehend von der 40 Stunden Woche, generell das Überstundenmachen verbieten, dann würden bereits durch die anfallenden „Über“stunden, Urlaube und Krankenstände der Grossteil der Arbeitslosen untergebracht werden. Wenn mann alle Arbeitslosen beschäftigen würde, wäre man vermutlich bei mehr als 35 Stunden pro Kopf und Nase. Und noch ein kurzer Satz zu den Unternehmer, die sollen sich auch ein bisschen anstrengen müssen: Bewerber sind aufzunehmen und nicht wegzuschicken, spätestens der dritte Bewerber ist anzunehmen.

    Das derzeitige Steuersystem und Sozialversicherungssystem hält die Arbeitslosenzahlen künstlich hoch. In einigen Branchen werden Mitarbeiter, sollten sie Urlaub machen wollen, arbeitslos gemeldet. Der Unternehmer spart Geld und verlagert die Kosten auf die Allgemeinheit. Würde man statt einem leistungsorientierten Steuersystem ein ökologisches einführen, dann hätte der Unternehmer nicht mehr die Kosten für Urlaube und Krankenstände zu tragen. Nach derzeitigem System werden kranke Mitarbeiter gezwungen, sich arbeitslos zu melden, weil Unternehmer einen unproduktiven Mitarbeiter nicht bezahlen können oder wollen. Betroffene sind im Transport- und Gastgewerbe zu finden, aber auch dort, wo vorzugsweise die Bezahlung „umsatzangepasst“ erfolgt. Daher die nächste Forderung: Entlohnung mit prozentueller Beteiligung erst nach mindestens 2000 € netto.

    Also, trauen wir uns den

    Wandel,

    1. Runter mit der Arbeitszeit auf 35 Stunden als ersten Schritt
    2. Verbot von Überstunden
    3. Nicht der Arbeitslose, sondern der Unternehmer sucht
    4. Ökologisierung des Steuersystems
    5. Mindestlohn von 2.000 € und Maximallohn von 10.000 €
    6. Brutto = Netto, besteuert wird angehäuftes Vermögen

    Marcus Wahl-Lupu

  2. … da geh´ich noch einen Schritt weiter und würde mla definieren was unter ARBEIT verstanden wird. Es gibt viele notwendige Tätigkeiten, die nicht darunter fallen, zB. Hausarbeit, Kindererziehung, Nachbarschaftshilfe,… und gleichzeitig nicht unter Arbeitslosigkeit fällt. Zudem schaffen die Arbeitenenden Menschen diese Dinge oft nur noch recht und schlecht…
    Die Verteilungsgerechtigung fängt also nicht bei der ERWERBSARBEIT an … Das Geld zum Leben darf nicht nur an die ARBEITSGEBER gekoppelt sein…..da sind 21 Wochenstunden Erwerbsarbeit als Forderung schon ein guter Denkansatz… der vor ALLEM von dem absurden Gedanken der Vollbeschäftigung abgeht. Sprechen wir von ÜBERBESCHÄFTIGTEN?, von MEHRBESCHÄFTIGTEN?,… von NICHT MEHR ARBEITSFÄHIGEN? … das Ändern der Blickrichtung ist Wandel.

    1. Hallo Claudia!

      Dein Kommentar gefällt mir, leider habe ich ihn gerade erst jetzt entdeckt und nicht schon früher. Er weitet meine ohnedies schon geöffneten Augen nochmals ein Stück weiter und bringt noch mehr Licht ins Dunkel.

      Besonders gut ist der Satz und ich zitiere: Das Geld zum Leben darf nicht nur an die Arbeitgeber gekoppelt sein. (Ende). Jeder Mensch, der ja irgendwann einmal von einem Menschen geboren wurde, hat das Recht auch diese Leben zu leben und ist daher mit einem Grundeinkommen auszustatten.

      Liebe Grüsse, Marcus!

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