Unser Kapital ist unsere Arbeitskraft

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Der Neoliberalismus hat es in den letzten Jahrzehnten geschafft, das gesellschaftliche Selbstverständnis weitgehend zu verwaschen. Während die Arbeiter:innenschicht der Nachkriegszeit sich ihrer Position und ihrer Ausbeutung durch die kapitalistische Klasse bewusst war, werden diese Trennlinien auf Basis einer Klassenanalyse heute durch ungenaue, unkonkrete Begriffe wie „Unterschicht“, „Mittelschicht“ oder „Oberschicht“ mystifiziert.
Menschen, die durch diese Begriffe manipuliert wurden, entwickeln somit eine falsche Klassensolidarität – es werden künstliche Trennlinien geschaffen und Lohnarbeitende kämpfen gegen Lohnarbeitende, in der Hoffnung, dass sie irgendwann selbst in die „Oberschicht“ aufsteigen.
Tatsächlich sind wir aber alle in einem Umstand vereint: unser Kapital ist primär unsere Arbeitskraft, die wir in Ermangelung einer Alternative am Arbeitsmarkt an die besitzende Klasse verkaufen müssen, um zu überleben. Der einzige Unterschied ist die Höhe des Lohnes, den wir durch diesen Verkauf erhalten.
Milliardäre unterscheiden sich von uns nicht nur aufgrund ihres Vermögens, sondern besonders in ihrer Klassenzugehörigkeit – und damit in ihren speziellen Klassenbedürfnissen. Diese stehen unvereinbar und in direktem Konflikt mit den Bedürfnissen der arbeitenden Klasse. Zur Erhaltung der Klassenprivilegien der Überreichen werden Erwerbslose als Reserve genutzt, um einen ausreichenden Pool an billiger Arbeitskraft zu garantieren und das Lohnniveau niedrig zu halten.

Erwerbslose sind somit untrennbar mit der Arbeiter:innenklasse verbunden und ein Teil davon. Beenden wir die falsche Klassensolidarität und damit den Kampf gegen uns selbst.

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