Jeden Tag geben in Österreich sieben Bauern auf

Swetlana Oswald Aktuell, Kapitalismus, Krise und Verteilungsfragen, Wirtschaft Kommentieren

Der Preisdruck durch Landwirtschaftskonzerne, Nahrungsmittelkonzerne, Nahrungsmittelbörsen und Handelskonzerne wird immer größer und wer nicht ständig wächst, kommt unter die Räder. Wachsen heißt immer noch mehr Felder bestellen, noch mehr Tiere in Ställe zwängen, noch mehr Kraftfutter den Tieren reinstopfen und sie mit noch mehr Antibiotika bis zur Schlachtung am Leben zu erhalten.

Gewinnen tun nur die großen Konzerne, die Bauern hackln sich zu Tode, sperren zu oder gehen Pleite. Nur mit EU-Förderungen, von denen die Großbetriebe wieder den größten Patzen bekommen, werden sie künstlich am Leben gehalten. Es ist doch wirklich absurd, dass Bauern, die eines der wenigen Produkte herstellen, die wirklich jeder Mensch braucht, nur mit Subventionen überleben können. Gleichzeitig ist durch die niedrigen Preise jeder gezwungen immer mehr zu produzieren, aber da niemand bei uns diese Überproduktion braucht, muss sie eben nach Afrika exportiert werden. Dort kann natürlich niemand mit den subventionierten Dumpingpreisen der Europäer mithalten und die lokalen Bauern dort können zusperren und sich überlegen, ob sie nicht nach Europa fliehen, um ihre Familie ernähren zu können.

Ein Teufelskreis, wie wir ihn aus immer mehr Bereichen dieses kaputten Wirtschaftssystems kennen. Ein paar Oligarchen mit ihren Konzernen gewinnen, alle anderen, egal ob Bauer, Unternehmer, Angestellter, Arbeiter, Arbeitsloser, Familie und auch Menschen auf anderen Kontinenten verlieren. Das ist globaler Kapitalismus.

Alternative:
+ Verbot von Spekulation mit Nahrungsmitteln.
+ Mindestpreise für landwirtschaftliche Produkte, damit Handelsriesen eine Grenze gesetzt wird.
+ Förderung regionaler Produktion und regionalen Verbrauchs. Zuschläge für weiten Transport von Nahrungsmitteln.
+ Strenge Kontrolle von Betrieben und Einschränkung von Kraftnahrung und Antibiotika für Nutztiere.

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