Wir Jungen bleiben auf der Strecke

Swetlana Oswald Arbeit, International, Kapitalismus, Krise und Verteilungsfragen, Wirtschaft Kommentieren

Und hätte der Staat nicht umverteilt, wären unsere Einkommensverluste bei bis zu 9,2 Prozent gelegen. Und dann kann man sich noch anhören, dass die Jungen von heute nicht mehr genug leisten, nur Freizeit haben wollen und gar nicht wissen was richtig arbeiten ist.

Ja, unsere Arbeitswelt heute ist eine andere als damals. Vieles mag nicht mehr so anstregend sein, weil es Maschinen übernehmen. Gleichzeitig ist vieles aber auch viel fordernder als früher. Stellt euch einen Bürojob von früher vor, wo nur per Telefon, Fax und Brief kommuniziert wird. Und dann das gleiche heute, wo alles binnen Sekunden erledigt werden muss. Nicht mehr ein paar Tage auf die Antwort per Brief warten, sondern immer erreichbar und gefordert sein, auch in der Freizeit, weil sonst steht ja ein anderer bereit, der den Job sofort übernimmt. Vielleicht sogar für weniger Lohn. Nicht so wie früher, als sich Firmen um jeden noch so unausgebildeten Arbeiter gerissen haben.

Egal ob Bürojob, Lehrerberuf oder im Pflegebereich. Arbeiten war und ist immer noch anstregend und wir geben alle einen Großteil unserer Lebenszeit für den Beruf. Wir leisten was und dafür gehören wir anständig entlohnt und selbstverständlich auch dann, wenn wir in Pension sind.

Zu Lasten der Jungen darf es aber sicher nicht geben, denn sonst wird es schwer, dass die nächste Generation es mal besser hat, fortschrittlicher ist und ein angenehmeres Leben führen kann.

Also anständige Löhne für alle, die arbeiten gehen. Gute Pensionen für jeden der in Österreich lebt. Und einen Staat der nicht Almosen verteilt, damit man trotz Arbeit überleben kann, sondern der diejenigen ihren Teil beitragen lässt, die sich jetzt lange genug aus der Verantwortung gestohlen haben: Die Reichen und Superreichen.

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