Es werden wieder Menschen versteckt in Österreich

fayad Flucht & Asyl 1 Kommentar

Gerade ging unsere Pressekonferenz zu Ende, in der wir mit einer ganz besonderen Frau telefonierten. Die Dame versteckt seit einigen Monaten einen Menschen auf der Flucht. Einen Menschen, dem die Abschiebung nach Afghanistan droht. Einem Land im Bürgerkrieg, in dem jetzt auch die Islamisten wieder erstarken.

Die Dame hat uns kontaktiert und einer Pressekonferenz, unter Wahrung ihrer Anonymität mittels Verzerrung von Bild und Ton, zugestimmt. Diesen mutigen Schritt hat sie getan, weil sie will, dass alle Menschen in Österreich wissen, wie weit wir schon gekommen sind.

Sie ist selber Doktorin, lebt ein mittelständisches Leben und wurde katholisch erzogen. Ihr war aber sofort klar, dass sie in dieser Situation aufstehen und helfen muss. Alles in dem Wissen, dass es illegal ist, sie aber noch nie zuvor geltendes Recht gebrochen hat.

Heute sind wir aber wieder dort, weil Unrecht geschieht, nämlich Abschiebungen in Kriegsländer wie Afghanistan. Ganz normale Menschen aus der Mitte der Gesellschaft tun, was sie gelernt haben und für das einzige Richtige erachten: Aufstehen und helfen, wenn jemand in Not ist. Damit bewahren sie das, was unsere fortschrittliche und demokratische Gesellschaft ausmacht, humanistische Werte.

Zehntausende Menschen aus ganz Österreich sind nach wie vor höchst aktiv als FlüchtlingshelferInnen. Allen voran Frauen, die wiedereinmal den Großteil dieser ehrenamtlichen und gesellschaftlich extrem wertvollen Arbeit schultern. Ohne sie, hätten wir ein großes Problem, denn die Regierungen Europas versagen in der Asylfrage großteils völlig und kommen (somit) ihrem eigentlichen Auftrag nicht nach.

Deswegen sagen wir Danke an all die Menschen, die nach wie vor so viel Herz und Energie geben, damit Menschen in Not geholfen wird und so ein gutes Zusammenleben in Österreich erst möglich wird.

Kommentare 1

  1. Sehr erschütternd diese Geschichte! Sie erinnert mich an Erzählungen meiner Grossmutter, was ihr in der unsäglichen Nazi-Zeit wiederfahren ist, als sie mit meinem Vater, der damals gerade neu geboren war, von einer freundlichen Bäuerin in irgendeinem feuchten Keller versteckt wurde, ohne dass es sonst jemand wusste. Meine Oma hatte damals sehr viel Glück, dass sie nicht entdeckt wurde, die Bäuerin hatte aber auch erstens Glück und zweitens Mut……

    Weiter möchte ich die Geschichte hier nicht ausbreiten. Es war mir ein ganzes Leben ein anliegen, die Schwachen und Verfolgten, die Heimatlosen und Flüchtlinge zu unterstützen! Leider gibt es viel zu wenig dieser Menschen in Österreich, die diese oben erwähnten humanistischen Werte bewahren. Aber all den im verborgenen Wirkenden gilt mein grosser Dank, ohne diese Menschen würde ich heute nicht leben!

    Daher am 29. September

    Wandel!

    Marcus Wahl-Lupu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.