Erben für alle

fayad Gerechtigkeit, Steuern 1 Kommentar

Denn Erben ist wie Lotto. Es ist reines Glück und der Erbe hat nichts dafür tun müssen, ja eigentlich nicht einmal ein Los kaufen müssen. Das kam schon mit Geburt. Einige gewinnen in diesem Lotto, andere haben gleich eine Niete gezogen. Unterschiedliche Lebensumstände wird es immer geben und das ist auch gut so. Eine Erbschaftssteuer sorgt dafür, dass diese auf der finanziellen Seite nicht zu extrem sind. Vor allem wenn es darum geht, dass manche Kinder Millionen und Milliarden, ganze Großunternehmen, gewaltige Immobilienimperien und damit unfassbare, undemokratische Macht erben. Eine Erbschaftssteuer sorgt für mehr Gleichheit.

Grund zwei für die Erbschaftsabgabe ist natürlich die Finanzierung des Gemeinwesens. Keine andere Steuer ist so innovations- und wirtschaftsfreundlich, weil sie niemandem etwas wegnimmt. Die Erben erhalten Vermögen ohne eigener Leistung und dafür sollte natürlich auch wie bei allen anderen Einnahmen eine Abgabe fällig sein. Und nein, das ist keine Doppelbesteuerung, denn Personen zahlen Steuern und keine Objekte und der Erbe zahlt zum ersten Mal.

Und wir brauchen das Geld ganz dringend. Zum einen um endlich die Steuern auf Arbeit und genauso für KMUs und Selbstständige massiv zu senken. Denn kaum ein anderes Land besteuert Arbeit so hoch und Vermögen und Kapitalerträge so niedrig wie Österreich.
Zum anderen stehen so viele Zukunftsinvestitionen in der Bildung, der Energiewende, der Pflege, der Arbeitszeitreduzierung, des Umweltschutzes etc. an und die müssen natürlich finanziert werden.

Im Endeffekt zahlen die wirklich Reichen den Großteil der Erbschaftsabgabe und weil die so mächtig sind, gibt es keine in Österreich. Also wenn ihr nicht zu den reichsten 10 Prozent, oder eher sogar den reichsten 5 Prozent gehört und gegen eine Erbschaftsabgabe seid, überlegt mal warum.

PS: Weil es oft auch in den Medien falsch dargestellt wird: In dem Beispiel gilt der Freibetrag für alle und Steuern werden erst und NUR für jeden Euro über dem Freibetrag fällig. Gibt es zum Beispiel eine Erbschaftsabgabe ab 500.000 Euro und einem Steuersatz von 10 Prozent bis 1.000.000 Euro. Dann zahlt jemand der zB. 700.000 Euro erbt, nur auf die 200.000 Euro die Erbschaftsabgabe von 10 Prozent, also 20.000 Euro bei 700.000 Euro Erbschaft. Wer so viel als Einzelperson erbt, hat sicher kein Problem, seine Steuern zu bezahlen.

Kommentare 1

  1. Meine Meinung:

    Es ist nur rechtens, wenn Erben, die viele Millionen unverdient bekommen, einen Grossteil des Vermögens abgeben müssen, da ja dieses Vermögen irgendwann einmal aufgebaut werden musste, und das geht nur durch Diebstahl. Nehmen wir an eine Person verdient pro Monat ein Leben lang 10.000 Euro und spart 45 Jahre pro Monat 7.000 Euro, dann sind das 45x12x7000 gibt 3.780.000 Euro, das ist die Summe, die einer maximal sparen könnte. Alles was darüber ist, ist jemanden weggenommen worden, entweder dem Staat durch Steuerhinterziehung oder Mitarbeitern, die um ihren Lohn geprellt wurden. Das Argument, naja, vielleicht wurden 30.000 Euro pro Monat verdient, zählt nicht, weil diese Summe als solche bereits unmoralisch ist. Bei Mindestlöhnern wird um 3 Euro auf oder ab gefeilscht, andere verdienen Prozente mehr?

    Es ist immer so viel die Rede von Chancengleichheit. Nicht genug, dass vielen die höhere Schule mangels Bildung der Eltern verwehrt bleibt, wird auch in puncto Vermögen , also Start ins Leben, eine Benachteiligung der unteren Bildungsschichten gerne in Kauf genommen. Man will sich ja differenzieren. Die einen kaufen sich mit einer Selbstverständlichkeit bereits in jungen Jahren einen teuren Wagen, während andere sich einfache Reperaturen nicht leisten können. Die einen spielen sich mit ihrem „Vermögensaufbau“, während andere nicht wissen, was sie als erstes zahlen sollen und einen wohlverdienten Urlaub nur von Bildern im Internet kennen.

    Die Chancengleichheit von Geburt an, muss dem Staat ein Anliegen sein. Daher ist eine Umverteilung angebracht. Der Staat ist nicht zum Selbstzweck da, sondern seine eigntliche Aufgabe ist für das Wohl der Menschen zu sorgen, aller Menschen!

    Daher,

    Wandel,

    Marcus Wahl Lupu

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